Der SPD Ortsverein Bremen Altstadt-Mitte will einen Stadtteil für alle


Mehr bezahlbaren Wohnraum für alle gesellschaftlichen Gruppen – Familien und ältere Menschen, Studenten und Alleinerziehende.

Der SPD Ortsverein Bremen Altstadt – Mitte will einen Stadtteil für alle

Daher fordern wir den Senat auf, in der Bremer Innenstadt und den umliegenden Ortsteilen bezahlbaren Wohnraum für Menschen zu schaffen.

Allein im letzten Jahr sind die Preise für den Erwerb von Wohnraum in Bremen um bis zu 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das Niveau der Kaltmieten im Bremer Zentrum hat mit bis zu 13 EUR pro qm einen neuen Rekordstand erreicht. Familien mit mittlerem oder niedrigem Einkommen können sich Wohnraum in einer derartigen Lage nur noch schwer leisten. Sie müssen auch Nebenkosten, Ausgaben des täglichen Lebens oder Geld für die Kinderbetreuung aufbringen. Eine Familie mit 2 Kindern zahlt für eine 3 – oder 4 – Zimmer – Wohnung über 1000 EUR Kaltmiete. „Viele junge, eigentlich gutverdienende Menschen verlassen Bremen, weil sie sich hier keine Wohnung mehr leisten können oder wollen“, sagt Ann-Kathrin Jung vom SPD Ortsverein-Bremen Altstadt-Mitte. „Wir verlieren damit auch wichtige Steuerzahler“. Deswegen müsse das Thema nicht nur für die (grüne) Bau- sondern auch für die Finanzbehörde von wichtiger Bedeutung sein. Für die 28-jährige Sozialdemokratin und Steuerwissenschaftlerin sind Entwicklungen auf dem Bremer Wohnungsmarkt nicht mehr tolerierbar. „Wir müssen gerade in den Bereichen Innenstadt und Ostertor mehr bezahlbaren Wohnraum auch für Familien schaffen. Neue, exklusive Wohnprojekte führen dazu, dass die Preise in Bremen weiter explodieren werden. Dies verdrängt gerade junge Familien aus diesen Stadtteilen. Gewinner dieser Entwicklung sind dabei vor allem Investoren wie die Hamburger Gesellschaft EVOREAL, die jetzt auf dem ehemaligen Bundesbank – Gelände bauen will.“

Aber nicht nur Familien sind die Leidtragenden dieser Entwicklung. Auch Rentner werden durch das Preisniveau oft aus dem Innenstadtbereich verdrängt. Verstirbt zum Beispiel ein Ehepartner, wird die Wohnungssuche für den Hinterbliebenen im vertrauten Umfeld sehr schwierig. Wer neben der Rente über keine weiteren Einkünfte verfügt der sucht in einer zentralen Lage inzwischen oft vergeblich nach einer Wohnung. Thomas Butenhoff (38), studierter Stadtentwickler und Mitglieder SPD-Arbeitsgemeinschaft für soziale Stadtentwicklung: „Es gibt bereits jetzt in Bremen – Mitte einen hohen Bedarf an bezahlbaren und barrierefreien Wohnungen.“

Die Sozialdemokraten aus dem Ortsverein Altstadt – Mitte fordern daher, dass bei der Planung von zukünftigen Wohnprojekten auf die Bedürfnisse aller Bremer Bürgerinnen und Bürger eingegangen wird. Die Stadtteile Ostertor, Bahnhofsvorstadt und die Innenstadt müssen auch für Familien, ältere Menschen und Studenten eine Perspektive bieten und bezahlbar bleiben. Die ausschließliche Errichtung von Luxus-Wohnanlagen wird sonst zwangsläufig dazu führen, dass wir nicht nur junge Familien, sondern die gesamte gesellschaftliche Mitte an das Bremer Umland verlieren. Das Angebot von entsprechendem Wohnraum für Durchschnittsverdiener dürfe neben dem enorm wichtigen sozialen Wohnungsbau nicht in Vergessenheit geraten.

Gut findet der SPD-Ortsverein, dass in Bremen bei solchen Projekten 25 % geförderte r Wohnraum (Sozialwohnungen) entstehen müssen. Aus Sicht des SPD Bremen Altstadt – Mitte muss diese Quote in Bremen allerdings auf 30 % (wie z. B. in München und Hamburg) erhöht werden. Die beste Möglichkeit um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und die Mitpreissteigerungen zu beg renzen wäre eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft, die ihren sozialen Auftrag ernst nimmt. Der Senat muss handeln und den Kauf der Brebau unter Dach und Fach bringen.

Hier geht es zum Artikel im Weser-Kurier: WK 18.12.17